Donnerstag, 15. Dezember 2016

Wunderbüdel von Farbenmix (Adventskalendertasche 2016)

Mal wieder ist Dezember und ich habe mir für die Weihnachtsgeschenke viel zu viel vorgenommen. "Kaufen kann jeder, ich mache alles selbst" ist mal wieder das Motto, mit dem ich mich selbst schön unter Stress setze...

Ich bewundere die Leute, die im Oktober anfangen, Weihnachtsgeschenke zu werkeln. Ich nehme mir jedes Jahr vor, es DIESES Jahr auch so zu machen. Und meist immer klappt es doch nicht. (Ich muss zu meiner Verteidigung allerdings auch sagen, dass meine Mutter, meine Oma UND meine Schwiegermutter alle im Dezember Geburtstag haben und ich sie natürlich auch kreativ beschenken will!)

Also sehe ich es schon kommen - am Ende werde ich am 24. Dezember morgens wieder fleissig Gutscheine für meine Lieben basteln, da ich zumindest einen Teil der Geschenke nicht rechtzeitig fertig kriege. Aber ein bisschen Zeit bleibt ja zum Glück noch, vielleicht kriege ich auch doch noch alles hin... die Uhr läuft! ;)

Und als wenn das nicht alles schon zu viel wäre, ist da zu allem Überfluss noch der Farbenmix-Adventskalender. Ich habe lange mit mir gehadert, ob ich dieses Mal wieder mitnähe (Gründe: siehe oben...). Aber nachdem mich 2015 die 5-Fach-Tasche aus dem Farbenmix-Adventskalender total begeistert hat (guckt doch mal hier), konnte ich nicht widerstehen und bin am 09.12. noch in den Sew Along eingestiegen.

Und das ist mein Ergebnis (aufgrund fehlenden Tageslichts unter der Woche leider nur Kunstlichtfotos, sorry!):


Die Tasche "Pack's ein" ist eine lässige Umhängetasche im Seesack-Style, die mitwächst! Oben seht ihr sie in normaler Größe und auf dem nächsten Foto ist oben der Vergrößerungsteil ausgeklappt.

Sie ist so schon richtig geräumig (im offenen Zustand ca. 50 x 40 cm) - vergrößert wird sie zur Riesentasche, die perfekt ist für spontane Besuche im Stoffladen. ;)

  

Die Zutaten für die Tasche hatte ich tatsächlich fast alle in meinem Fundus. Der Außenstoff ist blau-weiß gestreifter bzw. blauer Dralon von Stoff & Stil. Eigentlich verwendet man diesen Stoff eher für Liegestuhlauflagen oder Markisen, aber ich finde ich auch für Taschen gut, da er etwas strapazierfähiger ist als normale Webware. Allerdings fusselt er wirklich extrem, so dass meine Fusselbürste beim Nähen mein bester Freund war!

Der Innenstoff ist eine Baumwollwebware mit niedlichem Vogeldruck, die ich vor Jahren mal bei Ikea erstanden habe.


Damit man die Innenausstattung besser erkennen kann, habe ich die Tasche für das nächsten Bild auf links gekrempelt. Sie hat innen noch eine mit einem Druckknopf verschließbare Tasche für Kleinkram und einen praktischen Karabiner für einen Schlüsselbund (die findet man ja erfahrungsgemäß in so großen Taschen immer schwer wieder).


Das einzige was jetzt noch fehlt ist die Kordel für die Vergrößerung. Darum werde ich mich wahrscheinlich erst nach Weihnachten kümmern können. Macht aber nix, einsatzfähig ist sie trotzdem schon.

Und eher untypisch für mich baumelt draußen auch noch ein bisschen Deko an der Tasche dran.


Den kleinen Krebsanhänger und die Muschel hatte ich noch in meinen Schubladen. Ich finde sie passen gut zum maritimen Look der Tasche!

Falls ihr die Tasche auch nachnähen wollt, schaut einfach ab morgen bei Farbenmix vorbei. Es soll dort das E-Book zum Adventskalender ab dem 16.12. bis zum 23.12. noch kostenfrei zum Download geben!

Viele Grüße
Kathrin


Verlinkt bei:
RUMS
Farbenmix Adventskalendertasche 2016
tt-taschen -und-täschchen

Donnerstag, 10. November 2016

Männertaschen

Wenn man sich in der ¨Näh-Blogger-Welt¨so umschaut, hat man schnell den Eindruck, dass Männer chronisch ¨unterbenäht¨ sind. Erstens gibt es einfach sehr wenige Männer, die selber nähen, das ist wohl immer noch ein typisches Frauenhobby. Aber auch für Männer wird wenig genäht. Da gibt es tonnenweise Schnittmuster für Klamotten, Taschen und sonstiges für Frauen und Kinder, aber die Männer kommen immer irgendwie ein wenig zu kurz.

Auch ich nähe eher selten etwas für die Männer in meinem Leben, das muss ich ja zugeben. Manchmal mache ich es aber doch und zwar das letzte Mal zum Geburtstag von meinem Bruder. Und ich habe nicht nur einfach etwas für ihn genäht, sondern sogar einen kleinen Taschenschnitt für ihn konstruiert. 

Dass ich das Ergebnis hier noch zeigen wollte fiel mir allerdings erst eben gerade wieder ein, als ich auf dem Greenfietsen-Blog gesehen habe, dass im Taschen-Sew-Along 2016 das Motto für den Monat November ¨Mein eigener Taschenschnitt¨ lautet. Ich habe die Tasche zwar schon im Oktober genäht, aber ich hoffe, das sei mir verziehen.

Mein Bruder sollte eine kleine quadratische Tasche mit einem großen roten Kreuz drauf als Hausapotheke kriegen - für Medikamente, Pflaster und was man sonst noch so braucht und im Notfall gerne schnell griffbereit hat. So etwas fehlte ihm nämlich noch in seinem ansonsten gut ausgestatteten Junggesellenhaushalt. :)


Patinnen für diese Tasche standen die Vicky von Pattydoo und die große Aufsatztasche der Hip Bag von Schnabelina. Ich habe mir dort das Prinzip dieser Art von Tasche abgeschaut und mir dann einen Papierschnitt selbst erstellt.

Da die geplante Rote-Kreuz-Applikation etwas aufwändiger ist und ich mir noch nicht ganz sicher war, ob alles wie geplant klappen würde, habe ich vorher noch ein Probestück aus meinem geliebten Weltkartenstoff genäht. Diese Tasche hat sich dann gleich mein Mann unter den Nagel gerissen und nutzt sie seitdem für seine Kontaktlinsensachen. :)


Die Maße der Tasche sind ungefähr 12 x 18 x 5 cm, sie ist innen gefüttert und durch den langen Reißverschluss kommt man gut an den Inhalt ran. Schnell genäht ist sie auch, ich habe beide Taschen an einem Nachmittag fertig gestellt.


Falls ihr auch gerne so eine Tasche nähen wollt, hinterlasst mir doch einfach einen Kommentar unter diesem Post. Dann digitalisiere ich den Schnitt und stelle ihn hier für euch zum Download ein.

Liebe Grüße
Kathrin


  

Donnerstag, 25. August 2016

Summer is back mit dem Maxikleid von Lillesol & Pelle

Eigentlich war mit dem Sommer gar nicht mehr zu rechnen gewesen, da sich das Wetter in den letzten Wochen schon so herbstlich präsentiert hatt. Und jetzt ist er plötzlich wieder da und ich freue ich mich darüber, euch doch noch mein Maxikleid von Lillesol & Pelle zeigen zu können!



Der Stoff für das Kleid - ein Viskosejersey von Stoff & Stil - war eigentlich für einen Jumpsuit (früher nannte man das Overall...) gedacht. Ich hatte mir auch schon fast das Schnittmuster für den Overall "Joy" von pattydoo gekauft, aber dann doch Zweifel gekriegt. Würde ich darin nicht aussehen wie in einem Schlafanzug? Ich konnte mir aus dem Stoff einen Overall an mir einfach nicht vorstellen (auch wenn Daniela von dem Blog Lusida likes vor ein paar Wochen einen schicken Overall aus genau diesem Stoff gepostet hat).

Gleichzeitig sagt mir eine innere Stimme, das ich unbedingt ein Maxi-Kleid brauche - diese Dinger sieht man im Moment ja auch überall und ich finde die echt toll! Ein Maxikleid konnte ich mir aus dem Stoff sehr gut vorstellen.

Bis zur Wahl des Schnittmusters verging dann allerdings noch ein bisschen Zeit. Ich habe mich letztendlich für das Maxikleid von Lillesol & Pelle entschieden, weil mir schon der Schnitt für das Knopfshirt (das zeige ich hier ein anderes Mal!) sehr gut gefallen hat. Das Shirt sitzt auch ohne Anpassungen bei mir super und ich habe gehofft, dass das bei dem Kleid auch so sein würde.

Und ich wurde nicht enttäuscht, denn wie erwartet ist auch beim Maxikleid die Passform für mich wirklich perfekt. Ich musste das Kleid nur etwas verlängern, ansonsten musste ich nichts ändern. Einfach zu nähen ist der Schnitt auch.



Das Schwierigste war eigentlich die Handhabung der großen Menge Stoff und das Zuschneiden unter Beachtung des Rapports. Damit habe ich mich ganz schön lange aufgehalten. Früher hätte ich die Stücke wahrscheinlich irgendwie zusammen genäht, aber mittlerweile ist es mir wichtig, dass an den Seiten das Muster möglichst gut aneinander passt. :)

Eine neue "Nähzutat" habe ich beim Nähen dann auch noch kennengelernt: das Framilonband, ein festes, durchsichtiges Gummiband, welches man bei Bedarf in die Träger und unter der Brust einnähen sollte. So leiern die Träger nicht aus und das Kleid sitzt unter der Brust schön eng.  


Und während ich mich so über mein Maxikleid freue, überlege ich gerade, ob ich von dem Stoff nicht "auf Vorrat" noch ein bisschen was bestellen soll. Er lässt sich einfach total gut verarbeiten und ich kann mir auch ein Shirt aus dem Stoff toll vorstellen. Und was den Jumpsuit betrifft - den nähe ich dann vielleicht ein anderes Mal.

Und wie ist das bei euch so? Habt ihr es auch schon mal gehabt, dass ihr aus einem für ein Projekt eigentlich schon fest eingeplanten Stoff dann doch was anderes genäht habt?

Liebe Grüße
Kathrin

Verlinkt bei:
RUMS  

Donnerstag, 18. August 2016

Kleinste Handtasche der Welt

Ich glaube, wenn das hier so weitergeht, dann wird das bald der Blog der Mini-Nähprojekte. ;) Jedenfalls glaube ich das, wenn ich mir die letzten Posts so anschaue. Dabei habe ich in den letzten Wochen auch immer wieder Kleidungsstücke für mich genäht. Aber irgendwie habe ich echt ein Problem damit, mich damit für den Blog fotografieren zu lassen bzw. selbst mit dem Selbstauslöser zu fotografieren.

Da ist erstmal die knappe Zeit, dann passt wieder das Wetter nicht. Oder ich bin einfach zu kaputt, oder grad im Gammel-Look unterwegs, oder, oder, oder. Außerdem halte ich mich auch nicht gerade für die fotogenste Person der Welt, was das Vorhaben, selbstgenähte Kleidung ins Blog zu stellen auch nicht einfacher gemacht.

Aber genug gejammert, ich liebe Taschen - welche Frau tut das bitte sehr nicht??? - und dann schreibe ich eben darüber. :)

Wobei "Tasche" in diesem Fall eine riesige Übertreibung ist, den ich habe mir ein kleines Täschchen fürs Handgelenk nach einem tollen Freebook von farbenmix genäht.




Dieses "Projektchen" resultierte aus dem Problem, dass ich beim Joggen nie weiß, wohin ich den Haustürschlüssel packen soll. Irgendwo in der Nähe des Hauses deponieren? Zu unsicher. In den Schuh stecken? Da drückt er. In die Hosentasche? Meine Laufhose hat keine Tasche. Vorgestern habe ich vor lauter Verzweiflung den Schlüssel an das Band für den Hosen-Tunnelzug gebunden. Da hatte ich dann immer so eine Beule am Bauch, das sah echt seltsam aus... :D

Also musste eine Handgelenktasche her und die habe ich vorgestern dann auch gleich schnell genäht. Mein lieber Mann hat sie gestern abend noch mit Druckknöpfen versehen.

Für die Rückseite des Täschchens habe ich einen Rest Frotteestoff genommen, damit fühlt sich das Täschchen an wie ein gutes altes Schweißband. Hattet ihr die Dinger in der Schule früher auch? In den 1980ern ist damit gefühlt ja jeder rumgelaufen. ;)

Innen habe ich die Tasche gefüttert. Die Innentasche habe ich extra etwas schmaler gemacht, damit die Druckknöpfe nur durch zwei Lagen Stoff durchmüssen. Den Frottee habe ich an den Stellen wo die Knöpfe durchkommen mit etwas Vlieseline verstärkt, damit er dort nicht ausfranst.

Heute Abend werde ich das Täschchen dann mal auf seine "Jogging-Tauglichkeit" testen. Ich bin im Moment nämlich hochmotiviert und habe es seit bereits fünf Wochen geschafft, zweimal in der Woche jeweils ca. 5 Kilometer zu laufen. Und die süße Handgelenktasche gibt mir noch einen Extra-Motivationskick! ;)

Welche kleinen Alltagshelfer habt ihr euch denn in der letzten Zeit so genäht?

Liebe Grüße
Kathrin

Verlinkt bei:
RUMS
tt-taschen-und-täschchen
Greenfietsen Taschen Sew Along August

Donnerstag, 4. August 2016

Kosmetiktasche "Vicky" (pattydoo) und Nageletui "Leefke"

Kennt ihr das auch? Manchmal halte ich ein Stück Stoff in der Hand, habe eine Idee was ich daraus machen kann und bin dann davon regelrecht besessen. Ich kann es dann gar nicht erwarten, endlich an die Nähmaschine zu kommen um meine Idee umzusetzen.

Das Stück Stoff, um das es in diesem Fall geht, war eigentlich ziemlich unspektakulär: 25 cm weißes Wachstuch von Stoff & Stil mit einer Breite von 140cm. Ursprünglich hatte ich es für eine Applikation auf einer gestreiften Tasche bestellt, musste dann aber feststellen, dass der Weißton doch nicht ganz der richtige war.

Aber dann ist mir sofort eingefallen, was ich stattdessen mit dem Wachstuch anstellen kann. Seit Jahren nehme ich auf Reisen immer eine extra Kulturtasche für Shampoo, Duschgeld & Co. mit. Mittlerweile hat diese Kulturtasche ihre beste Zeit hinter sich (man könnte sie auch als "versifft" bezeichnen) und ich habe mir seit Monaten immer schon mal vorgenommen, eine Neue zu nähen.

Da kam das Wachstuch gerade recht und der Schnitt war auch schnell gefunden: Eine "Vicky" nach dem kostenlosen Schnittmuster von pattydoo sollte es werden und das Wachstuch würde ich als Innenstoff nehmen. Ich habe den Schnitt mit der Einstellung 119% ausgedruckt, weil meine Tasche ungefähr 25 cm breit sein sollte (um darauf zu kommen musste ich erstmal den Dreisatz googeln - ich hasse Prozentrechnung!).

Das Ausrechnen der korrekten Vergrößerung war aber schon der komplizierteste Teil dieses Nähprojektes. Und so hat es dann auch gar nicht so lange gedauert, bis meine Vicky fertig war:



Die Anbringung des Reißverschlusses finde ich super praktisch, weil man so die Tasche schön weit öffnen kann. Und falls es mal wieder zum Campen geht, kann man die Tasche an den Laschen an den Reißverschlussenden auch aufhängen. Die Größe ist auch prima, da passt alles rein. Es gibt ja auch noch die "Big Vicky" mit 28 cm Breite, aber die war mir doch ein bisschen zu groß.


Und weil mir die "Vicky" zum RUMsen zu wenig war und ich auch dringend ein neues Nageletui brauchte (mein altes Etui muss ich irgendwann auf einer Reise verloren haben), habe ich aus dem Vicky-Außenstoff noch gleich das Nageletui "Leefke" von Lüntje genäht. Die kostenlose Anleitung mit Schnitt für das Etui findet ihr hier.

Am Anfang war ich mit dem Etui noch nicht ganz zufrieden, weil es mir etwas zu klein schien und auch etwas schwer zu schließen ist. Mittlerweile gefällt es mir aber ganz gut - nur eine andere Nagelfeile bräuchte ich noch mal.



Und jetzt überlege ich schon die ganze Zeit, für wen oder was ich noch weitere "Vickys" nähen könnte. Ein bisschen von dem Wachstuch ist nämlich noch übrig... und der Schnitt ist einfach genial. 

Außerdem ich liebe einfach diese kleinen Nähprojekte, die man auch abends nach einem hektischen Tag noch anfangen und fertigstellen kann. Ich nähe zwar auch gerne mal etwas Aufwändigeres, aber zum Entspannen nach der Arbeit sind kleine Projekte wie die "Vicky" und die "Leefke" genau das Richtige, finde ich! :)

Liebe Grüße
Kathrin



Schnitt Kosmetiktasche: "Vicky" von pattydoo
Schnitt Nageletui: "Leefke" von Lüntje
Stoff außen: Baumwollcanvas von IKEA
Stoff innen: Wachstuch von Stoff & Stil

Verlinkt bei: 
RUMS
taschen-und-täschchen
Greenfietsen Taschen sew along 2016

Donnerstag, 23. Juni 2016

Keine Zeit zum Nähen? Kimono Tee!

Ihr kennt das sicher. Eigentlich hat man gar keine Zeit zum Nähen. Aber es juckt so in den Fingern....

Zum Glück gibt es ja so super schnell genähte Schnitte wie das Kimono Tee von Maria Denmark, das aus nur zwei Schnittteilen (+Halsbündchen) besteht. Im Moment genau das richtige, da mit Projektstress auf der Arbeit und der Fußball-EM aktuell echt viel los ist.

Und so will ich auch nicht viele Worte verlieren, sondern zeige euch einfach die Bilder. :)


Und da ich meine Overlocknähte mittlerweile mit der normalen Nähmaschine vornähe, habe ich es auch geschafft, dass die Streifen auf den Schultern perfekt aufeinander treffen  (an den Seiten übe ich das noch...).


Ick freu mir. ;) Vor allem auch deswegen, weil sich der Jersey so angenehm trägt. Und der silberne Streifen, den man auf den Fotos mit etwas Fantasie erkennen kann, macht das Shirt auch zu einem edlen Teil.



Da die nächsten Wochen nicht ruhiger werden, bin ich froh, dass ich so trotzdem meiner Nähsucht fröhnen kann. ;)



Und wie macht ihr das wenn wenig Zeit zum Nähen ist? Lasst ihr die Maschine links liegen oder weicht ihr auch auf einfache Projekte aus?

Liebe Grüße, 
Kathrin 

Verlinkt bei RUMS



Donnerstag, 26. Mai 2016

Smilla - Umhängetasche-Raumwunder mit Kameraeinsatz

An einem Probenähen teilnehmen wollte ich schon immer mal - leider gab es bisher nur keine Gelegenheit dazu bzw. es ist an fehlender Zeit gescheitert.

Deshalb habe ich mich sehr gefreut, dass ich vor ein paar Wochen für das Probenähen der Kameratasche Smilla vom Kreativlabor Berlin und Frau Fadenschein ausgewählt wurde. 

Wobei ¨Kameratasche¨ aus meiner Sicht für dieses Raumwunder absolut untertrieben ist. Ich war am Anfang fast ein bisschen erschrocken über die Größe der Tasche. Aber mit ihren 38 x 32 x 16 cm ist sie perfekt geeignet als geräumige Tasche für die Arbeit, die Uni oder für einen Ausflug zum Badesee. Und so sieht sie aus: 


Die Tasche selbst habe ich aus stabilem Baumwollcanvas (ein Schnäppchen von Ikea) und schwarzem Kunstleder als Kontraststoff genäht. Beim Kunstleder habe ich mich für weiße Kontrastnähte entschieden, das sieht einfach schick aus! Zwar war es wirklich extrem schwierig auf dem Kunstleder wirklich genau zu arbeiten, aber ich finde die Mühe und der Mut haben sich gelohnt.

Mit schwarzen Nähten hätte das Kunstleder einfach zu langweilig ausgesehen. Ganz cool finde ich auch die vorderen Ecken und Seiten der Tasche, die wie der Boden auch aus Kunstleder sind.


Schon beim Zuschneiden wurde mir klar: ¨Das ist kein Projekt für eine Nacht - äh, einen Abend.¨ Ich habe die Zuschnittteile nicht gezählt, aber es sind tatsächlich ziemlich viele. Das Kleben und Zuschneiden hat dementsprechend auch echt lange gedauert. Mann, war ich da froh über meinen schönen Zuschneidetisch, den mein lieber Michael mir gebaut hat - den Tisch zeige ich hier ein anderes Mal!

Ein Anfängerprojekt ist die Smilla auf jeden Fall nicht, man sollte schon etwas Erfahrung und (falls man so wie ich Kunstleder mit Kontrastnähten verwendet) auch gute Nerven mitbringen. Die viele Arbeit wird aber belohnt. Man erhält keine 0815-Tasche die jeder hat, sondern ein ganz besonderes Stück mit vielen Details. Und kann zurecht stolz sein, wenn man dieses Projekt gemeistert hat - das bin ich nämlich auch! :)


Besonders raffiniert finde ich auch den Verschluss der Tasche mit einem Karabinder. Die Schlaufe für den Karabiner habe ich wegen eines Denkfehlers meinerseits allerdings glaube ich dreimal genäht. Im E-Book war angegeben, dass die Schlaufe 4 cm oberhalb der Taschenklappe angesetzt werden muss.

Beim Anhalten erschien mir die Schlaufe so viel zu lang und ich habe sie auf eigene Faust 5 cm hoch angesetzt. Leider hatte ich jedoch nicht bedacht, dass die Tasche sich so im vollen Zustand nicht mehr schließen lässt... also alles wieder auftrennen und dann doch lieber auf die Anleitung hören, die übrigens sehr detailliert erläutert und gut bebildert ist.


Auf der Rückseite hat die Tasche noch ein praktisches Reißverschlussfach für Krimskrams. Hierfür habe ich einen Endlosreißverschluss verwendet. Und da ich damit erst einmal gearbeitet habe, war ich froh, dass in dem E-Book vom Kreativlabor auch ganz genau erklärt wird, wie man einen Endlosreißverschluss einfädelt.


Und um dem Titel Kameratasche gerecht zu werden, gibt es noch einen einsetzbaren Einsatz für den Transport der Fotoausrüstung. Der Einsatz ist mit Schaumstoff gefüttert, so dass die empfindliche Elektronik gut gepolstert ist.


In die Tasche eingesetzt reicht der Einsatz ungefähr bis zur halben Taschenhöhe. Das finde ich allerdings - obwohl die Idee eines variablen Einsatzes ziemlich genial ist - eher unpraktisch.

Durch den Einsatz geht in der Tasche meiner Meinung nach ziemlich viel Platz verloren, da ich nichts Schweres auf die Kamera rauflegen möchte und außerdem dann auch nicht mehr gut an das Equipment rankommen würde. Ich denke, dass ich irgendwann noch mal etwas tüfteln werde und mir eine verkleinerte Smilla nähen werde, die nur so hoch ist wie der Kameraeinsatz. Vielleicht mache ich den Einsatz auch noch etwas schmaler, denn eine so große Fotoausrüstung habe ich gar nicht. :)


Aber bevor ich mein nächstes Smilla-Projekt starte, werde ich sie am Wochenende erstmal zum Seminar (ich mache gerade eine Ausbildung zuausführen. Und die Fragen der anderen Seminarteilnehmer, ob ich die Tasche selbst genäht habe, stolz bejahen. :)

Falls ihr euch auch eine Smilla nähen wollt, erhaltet ihr das E-Book bei Dawanda oder bei Makerist.

Liebe Grüße,
Kathrin

Verlinkt bei:


Donnerstag, 19. Mai 2016

Tampontäschchen und Probenähen

Bevor ich euch mein heutiges RUMS zeige, muss ich erstmal eine kleine und irgendwie auch lustige Geschichte zum Thema ¨Tampontäschchen¨ erzählen.

Ich habe vor ein paar Jahren mal in einem Softwareentwicklungsteam in einem Großraumbüro gearbeitet. Wie das in Softwareteams leider oft noch so ist, waren die anderen Teammitglieder alle Männer. 

Um mich an einen wichtigen Termin zu erinnern, hatte ich mir eine Erinnerung in mein Handy einprogrammiert. Als der Alarm jedoch kurz vor dem Termin losging, war ich schon gar nicht mehr am Platz, sondern schon auf dem Weg ins Meeting. Und mein Handy lag in meiner Handtasche und bimmelte die ganze Zeit vor sich hin...

Als ich eine Stunde später vom Termin zurück kam, erzählte ein Kollege, er habe den Alarm ausgestellt, der habe tierisch genervt. Mir war das unglaublich peinlich - nicht nur, dass ich die Kollegen unwissenderweise gestört hatte. Der Kollege hatte ja auch in meiner Tasche herumgekramt und dabei mit Sicherheit auch die diversen Tampons, die neben allem möglichem Zeug in der Tasche rumlagen, bemerkt. *rotwerd*

An dem Tag beschloss ich, Tampons zukünftig lieber in einer getrennten kleinen Tasche zu verwahren. Das mache ich jetzt schon ein paar Jahre so und mein altes Tampontäschchen ist mittlerweile ziemlich verschlissen. Also habe ich mir heute kurzerhand ein neues Täschchen genäht.


Ein sehr gutes Tutorial für diese Art Täschchen gibt es unter Noodlehead, dem wunderbaren Blog von Anna Graham. Anna hat auf ihrer Seite einen Haufen toller Tutorials eingestellt, es lohnt sich auf jeden Fall immer wieder, dort vorbeizuschauen.

Die Maße der Tasche habe ich angelehnt an mein altes Tampontäschchen abgewandelt. 

Die Tasche selbst ist ca. 10,5 cm x 12,5, cm groß und ich habe die einzelnen Teile in folgenden Größen zugeschnitten:

Innenstoff: 2 Stoffstücke je 13,5, cm x 15 cm
Außentasche oberer Teil: 2 Stoffstücke je 10,5 cm x 15 cm
Außentasche unterer Teil: 2 Stoffstücke je 4,5 cm x 15 cm
Reißverschlussende: 2 Stoffstücke je 4,5 cm x 6 cm

Ich habe einen 15 cm langen Reißverschluss verwendet und mit einer Nahtzugabe von 0,75 cm (Nähfüßchenbreite) genäht.


Ein bisschen unzufrieden bin ich mit dem rausschauenden Reißverschlussende - ich habe hier zu nah an das Stoffende genäht, weshalb es etwas seltsam aussieht. Nächstes Mal klappe ich den Reißverschluss noch früher zurück.

Als Kontraststreifen habe ich Kunstleder verwendet. Diese Stoffkombi habe ich in den letzten Tagen übrigens schon mal vernäht - wobei ich zum zweiten Thema dieses Posts komme.

Ich durfte nämlich für Julia vom Kreativlabor Berlin und Claudia aka Frau Fadenschein probenähen! Mein erstes Probenähen, juchu! :)


Genäht wurde die Kameratasche Smilla, ein Raumwunder von Tasche mit echt coolen Details und einem stylischen Design. Die Tasche selber darf ich hier leider noch nicht zeigen (voraussichtlich aber in der nächsten Woche!!), aber mit der Stoffkombi möchte ich euch schon mal etwas neugierig machen.



Für das Nähen auf Kunstleder an dieser Stelle noch ein kleiner Trick, der mir auch beim Nähen der Kameratasche Smilla sehr geholfen hat. Da der Nähfuß über Kunstleder sehr schlecht gleitet, verwende ich hierfür Seidenpapier, welches ich unter den Nähfuß lege. Ich verwende das gleiche Seidenpapier, welches ich sonst zum Abpausen von Papierschnitten nehme.

Zwar kann man anstelle von Seidenpapier auch Backpapier verwenden, mir ist das jedoch persönlich zu rutschig. Das Seidenpapier von Burda, welches ich verwende, hat eine leicht angeraute Seite, auf der man das Füßchen sehr gut führen kann.

So waren dann auch die Kontrastnähte auf dem Kunstleder kein Problem.


Jetzt bin ich mit dem neuen Tampontäschchen wieder gut gerüstet für den Fall der Fälle!

Zwar ist mein RUMS-Beitrag diese Woche nur ein ziemlich kleines und nicht aufwändig genähtes Täschchen. Aber wie ihr oben gesehen habt, kann einem so ein Täschchen so manche Peinlichkeit ersparen! Und ich freue mich mal wieder darüber, dass ich solche Produkte nicht mehr kaufen muss, sondern einfach ganz spontan selber nähen kann!

Liebe Grüße,
Kathrin

Außenstoff oben und Innenstoff: IKEA

Verlinkt bei:

Donnerstag, 12. Mai 2016

Ich war mal eine Lieblingsjeans

Jeans kaufen ist bei mir immer ein ziemlicher Akt. Bis ich eine finde, die gut sitzt und bei der mir die Waschung auch gefällt, kann es schon mal ganz schön dauern. Manchmal gibt es aber auch Glücksgriffe. Wie vor ein paar Jahren, als ich im Esprit-Outlet eine prima passende Jeans mit wunderschöner Farbe für sagenhafte 10 Euro ergattert habe.

Als der Stoff dann irgendwann an den Seiten durchsichtig wurde, mochte ich dieses Lieblingsstück einfach nicht wegwerfen. So landete die Jeans in der hintersten Ecke meines Stoffschrankes, zusammen mit dem Plan, irgendwann ein  Upcyclingprojekt damit umzusetzen...

Was es genau werden sollte, wusste ich lange Zeit nicht. Bis ich dann vor ein paar Wochen die Chobe-Tasche von elle puls entdeckte und sofort begeistert war. Sowas brauch ich auch! 

Da ich allerdings manchmal ein bisschen geizig bin und außerdem schon ein paar Taschen genäht habe, beschloss ich, zu improvisieren und die Tasche ohne Schnitt zu nähen. Und so sieht das Ergebnis aus:



Besonders gut gefällt mir das "Jeans-Patchwork" und die knappkantige Kontrastnaht. Das hat mich zugegebenermaßen etwas Nerven gekostet. Ich habe die Nähte mit etwas dickerem Garn genäht, was meiner Nähmaschine irgendwie nicht so gut gefallen hat und sie dazu veranlasst hat, fröhlich Garnknötchen auf der Rückseite zu bilden. Aber ich finde, der Ärger hat sich gelohnt. :)


Eine weitere Besonderheit an der Tasche ist, dass ich für sie so gut wie nichts neu kaufen musste. Die Reißverschlüsse sind rausgetrennt bzw. aus dem Fundus meiner Oma, genauso wie der Innen- und Henkelstoff. Das graue Kunstleder ist ein Rest aus einem anderen Projekt. D-Ringe und Leiterschnallen habe ich im 10er-Pack für andere Taschenprojekte gekauft.




Das Einnähen des Reißverschlusstasche habe ich mir aus dem Buch "Taschenlieblinge" von pattydoo angeguckt (davon wird es hier demnächst sicher auch ein paar Taschen zu sehen geben). Leider habe ich mich bei der Länge etwas verschätzt und der Reißverschluss ist etwas zu lang geraten. Mittlerweile stört mich das aber nicht mehr und ich habe die Tasche schon ein paar Mal ausgeführt.



Damit ich innen auch den Überblick behalten habe ich eine Einstecktasche aus der Jeanshintertasche eingesetzt und ein Reißverschlussfach.


Von der Jeanshintertasche habe ich bis auf die Potasche nur die Hosenbeine verwertet. Aus den Seitennähten habe ich noch eine Art Anhänger gebastelt. Wobei Anhänger streng genommen etwas übertrieben ist, denn ich habe die Naht einfach nur um einen D-Ring geknotet.



Der Rest der Jeans liegt noch auf dem Nähtisch  - mal schauen, was ich daraus noch mache. :)

Liebe Grüße,
Kathrin 

Verlinkt bei:







Donnerstag, 28. April 2016

Resteverwertung mit Frau Hennie

Die meisten Stoffsüchtigen und Nähverrückten kennen das leidige Thema: Stoffreste. Zu schön und zu groß, um sie wegzuwerfen, aber zu klein, um was Vernünftiges drauß zu machen. Bei Stoffresten aus Webware geht dss ja noch. Da kann man super patchworken. 

Aber was mache ich mit Jerseyresten? Schlüppis nähen habe ich probiert, aber ich mag keine Baumwollunterwäsche (zuviel Details, ich weiß...). Kindermützen und -halstücher fallen mangels Kind bisher aus. Und so wird die Kiste mit den Jerseyresten immer voller...

Mehr durch Zufall habe ich dann allerdings vor ein paar Wochen einen tollen Schnitt für eben diese Reste gefunden. Das Top "Frau Hennie" mit Racerback von schnittreif hat mich schon letzten Sommer angelacht. Aufgrund der hochzeitsbedingten Zeitknappheit im letzten Jahr habe ich dieses Nähprojekt dann allerdings verschoben. Und es dann jüngst am Wochenende vor unserem Teneriffaurlaub wieder hervorgeholt. Stichwort: "Ich hab ja gar nix anzuziehen!" ;)




Raffiniert finde ich an Frau Hennie neben dem Racerback vor allem die Teilung auf der Rückseite. Dadurch klappt es, dass ich mit den Resten von zwei Kurzarmshirts (dafür kaufe ich meist 80-100cm) genau eine Frau Hennie nähen kann.




Die Kanten habe ich mit einem Jerseystreifen versäubert und das Ganze dann noch mit der Zwillingsnadel abgesteppt. Vor der Zwillingsnadel hatte ich am Anfang einen Heidenrespekt. Aber mittlerweile macht es richtig Spaß,  damit zu nähen und ich finde, es sieht auch sehr professionell aus.




Da ich das Top mit der Overlockgenäht habe, war es total fix fertig und konnte sofort im Koffer verschwinden. Ich habe übrigens Größe M gewählt. Da ich es jedoch vom letzten schnittreif-Projekt noch in Erinnerung hatte, dass die Schnitte groß ausfallen, habe ich einfach die Nahtzugabe weggelassen. Passt perfekt.




Ich bin wirklich zufrieden mit meinm neuen Shirt. Das bleibt nicht das Letzte - die nächste Stoffrestekombi ist schon in Planung. :D

Viele Grüße, 
Kathrin 


Verlinkt bei RUMS